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 TOTOROX will mit neuer Stimme alte Musik aufpolieren

Die vier Dresdner von TOTOROX wollen ergraute Lieder konservieren und brauchen dafür einen Sänger.

TOTOROX will mit neuer Stimme alte Musik aufpolieren

 

Auf der Suche nach einem
Sänger helfen sich TOTOROX
selbst und gestalten ihr
eigenes Musikerportal im
Internet.

 

Coverbands möchte man nur zu gern den Weg des geringsten Widerstands unterstellen. Sie erfinden das musikalische Rad nicht neu, ihnen bleibt das Schreiben von eigenen Songs erspart und sie brauchen lediglich in den Schatten ihrer Vorbilder zu springen, um ein bisschen was von deren Erfolg zu erhaschen.

Davon wollen vier Musiker nichts wissen. Sie finden das gut so. „Wieso versuchen, in immer mehr Bands zu spielen, Publikum und Bandkollegen von Dingen zu überzeugen, müßige Diskussionen über Spielweisen zu führen?“ Das sagen die Bandmitglieder von TOTOROX selbst über ihre Intention zum Tributträllern. Immerhin hat jeder von ihnen eine lange Zeit im Selbststudium Musik hinter sich und eine eigens bespielte Liste an Bands vorzuweisen.

 

Als Charlie Scott, Robin Duff, Tobi Redsnapper und Felix Latus haben sie sich nun der kalifornischen Rockband TOTO verschrieben. Seit November 2010 versuchen sie, die über 30 Jahre alte Musikgeschichte der Rockfossile aufzuarbeiten. Auf die Frage, was genau ihnen an ihren Vorbildern gefällt, tönt es uneingeschränkt: „Alles!“ Sie wollen Songs von „schwubbig bis rockig hart“ neu anspielen und konservieren, vor allem die, die nicht auf Oldiesendern im Radio dauerdudeln. Seit November sind sie auch auf Sängerschau. „Mittlerweile haben wir sieben Sänger gehört, aber der richtige war noch nicht dabei“, sagt Bassist Charlie Scott.

„Wir suchen eine Stimme, die die hohen Töne trifft und den Druck auch aushält, da bleibt wenig Spielraum zum Experimentieren.“ Er solle aber nicht nur dastehen wie eine Kerze, ergänzt Scott. Die Optik des Sängers sei für die Band nicht so sehr entscheidend, wie den richtigen Ton zur richtigen Zeit zu treffen. Selbst ein ehemalier Mister Germany hat bereits vergebens bei ihnen vorgesungen. Einer effektiven Sängerfindung stand bisher die unübersichtliche Kleinanzeigenflut entgegen. Anstatt gezielt Sänger zu finden, bekomme man gleich alle Einträge, in denen Bands Sänger suchen, erzählt Scott.

 

Aus Frust, ärger und einem Tag Zeit vorm Rechner entstand dann das kleine Musikerportal „Roxity“, das entgegengesetzt zum Anzeigenprinzip funktioniert. So eine Suchmaschine ist zwar nicht neu, aber hier zumindest komplett kostenlos. „Und keiner muss seine Mitmusiker registrieren, damit er einen Gitarristen in Dresden anschreiben kann“, sagt Charlie Scott. „Jeder Nutzer kann dort auch eigene Veranstaltungen eintragen und online bewerben.“ Jetzt muss sich das Portal nur noch füllen, ebenso wie ihre eigene Band. So lange üben alle an ihrer eigenen Singstimme für den Backgroundgesang. Denn um diesen kommen sie so oder so nicht herum.

| Christiane Nevoigt

Netzinfos: www.roxity.de

Artikel der ad-rem vom 20.04.2011